Altes Steinkreuz stellt sich als Gedenkkreuz für Anna Forster heraus

Steinkreuz

Daniela Bohl

Seit kurzem ist das Rätsel um das neu entdeckte, zugleich alte Steinkreuz gelöst. Die entscheidende Aufklärung gelang eher zufällig: Während Arbeiten im Bereich des Schlossteichs durchgeführt wurden, kam Johann Forster vom Gasthof Forster vorbei und konnte wichtige Hinweise zur Herkunft des Kreuzes liefern. Bei dem Fundstück handelt es sich um ein Gedenkkreuz für Anna Forster, ein 13-jähriges Mädchen, das im Jahr 1906 durch einen tragischen Unfall am Herd der damaligen Schlossbrauerei ums Leben kam. Damit wird ein lange in Vergessenheit geratenes Einzelschicksal wieder greifbar.

Ursprünglich befand sich das kleine Steinkreuz bis Ende der 1960er Jahre auf dem Familiengrab der Familie Forster auf dem alten Friedhof vor der Trainer Kirche, zur Straße hin ausgerichtet. Im Zuge des Ausbaus der Straße nach Mallmersdorf im Jahr 1972, bei dem die Fahrbahn verbreitert wurde, mussten die letzten verbliebenen Gräber und Grabsteine des bereits seit 1955 nicht mehr belegten Friedhofs weichen. Das Kreuz wurde anschließend auf das Anwesen beim Wirtshaus versetzt. Im Laufe der Zeit verschwand es jedoch und gelangte vermutlich in den alten Schlossteich. Erst vor Kurzem wurde es dort wiederentdeckt – und die jüngsten Ereignisse führten schließlich zur Klärung seiner Geschichte.

Bemerkenswert ist, dass dem Kreuz nun wieder ein konkreter Name und ein persönliches Schicksal zugeordnet werden kann. Zudem zeigt es – fast wie durch eine Fügung – in jene Richtung, in der sich das kurze und tragische Leben von Anna Forster abgespielt hat.

Eine besondere Ergänzung liefert das Trainer Heimatbuch: Auf Seite 155 wird genau dieses Schicksal ausführlich beschrieben und dokumentiert.

 

Anna Forster

Foto: Eberhard Keim